artworks

Im Laufe der letzten Jahre hat sich mir immer mal wieder die willkommene Gelegenheit geboten, mich nicht nur selber kreativ mit Medien auseinanderzusetzen, sondern dies in Zusammenarbeit mit anderen zu tun. Dies ist häufig im Rahmen des von Ditmar Schädel und mit organisierten MAEX Creative Media Jams geschehen. Hier eine kleine Zusammenfassung meiner dort und woanders entstandenen Arbeiten.

In der Reihe blank.gif“Homage to kinetic art” beschäftige ich mich mit kinetischer Kunst. Diese Kunstform, die sich mit Bewegung als “Gegenstand der Darstellung” (so H.J. Buderer “Kinetische Kunst”, 1998) beschäftigt, ist sehr beeindruckend, weil sie eine der der Vorläufer vieler “aktueller” interaktiver Kunstrichtungen wie Net-Art oder New-Media-Art ist. Darüber hinaus macht ein autobiografisches Detail diese früher Form interaktiver Kunst so spannend für mich: Ich bin neben dem Städtischen Museum Gelsenkirchen-Buer aufgewachsen und vor allen Dingen zur Schule gegangen, und dieses Museum beherbergt – in einem Dornröschenschlaf – in seinem Keller eine der umfangreichsten Sammlungen Kinetischer Kunst. Caramba!

Hier zwei schon mal gezeigte Installationen aus dieser Reihe. (Der grüne Karton im zweiten Bild gehört zur Installation, die im oberen Bild zu sehen ist.)

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A TRIBUTE TO DEMARCO (2007)
Interaktive Installation
Hardware: Notebook, Beamer, Bluetoothsender und -empfänger, Rotationssensor, Karton
Software: Processing

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A TRIBUTE TO LUEG (2007)
Interaktive Installation
Hardware: Notebook, Beamer, Webcam, Stativ
Software: Flash

                                                                                                                    

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Bewegung alleine #1 (2006)

Interaktive Installation: Beamer, Notebook, Kamera, Klebband, Folie.

Auf der Werkschau des Media Jam 2006 im St. Nikolaus Klinikum in Rheinberg als “Untitled Installation” gezeigt, beschäftigt sich Bewegung alleine #1 als erster Teil einer geplanten Reihe von Installationen mit der Wahrnehmung und Bedeutung von Bewegung. Die Folie trennte dabei eine Hälfte eines Krankenhausflures ab, und mit Hilfe des Videobeamers wurde auf diese Folie das Bild dieser abgetrennten Flurhälfte projiziert. So hatte der Betrachter das Gefühl, durch die Folie in den dahinter liegende Flurteil zu blicken. In dieses statische Bild wurden jedoch kurzzeitig versetzt die Bewegungsmuster der Besucher in ihrem Flurteil eingespielt. Diese wurden mittels eines Bildverarbeitungsalgorithmusses aus dem statischen Bild des Flures und dem aktuellen, mit Hilfe der Kamera erfassten Bild berechnet.

Bewegung alleine #1 wurde auf der Werkschau des Media Jam 2006 gezeigt.

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32 years later – A tribute to Nam June Paik (2006)

Installation in einer von Tauben zugekoteten Kapelle, bestehend aus vorgefundenen Objekten: u.a. ein TV, ein UKW-Radioempfänger, Klebband, “Eintritt vorboten-Schild”.

1974 schuf Nam June Paik seine wohl bekannteste Video-Skulptur – den “TV Buddah”, eine Buddah-Statue, die sich selber in einem TV beobachtet. Als Erinnerung daran und an Paik selber, der im Jahr 2006 verstarb, wurde meine Installation 32 years later – A tribute to Nam June Paik in der Kapelle des leestehenden St.Nikolaus-Klinikums installiert. Bestehend aus vorgefundenen Objekten, spielt hier ein auf dem Altar stehender TV-Apparat kein Programm sondern nur optisches und auditives Rauschen. Der Betrachter ist so zur Mediation in der von licht durchfluteten Kalle eingeladen – wäre da nicht der Taubenkot, der das Betreten aus medizinischen Gründen verbietet, und das den Eingang versperrende “Eintritt verboten”-Schild bedingt.

Die Installation wurde im Rahmen der Werkschau des 2006er MAEX Creative Media Jams der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; danach ist sie – immer noch laufend – im Klinikum-Gebäude verblieben, und mit ihm abgerissen worden.

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The long walk of global communication (2005)

Videoprojektion, ca. 10 Minuten Länge

Im Rahmen des MAEX Creative Media Jams 2005 entstand am ersten Tag The long walk of global communication, eine Videoprojektion auf Basis eines Flashfilms. Zu sehen ist eine stilisierte Figur eines Mannes in einem Anzug, der endlos läuft, aber nie seinen kraftvollen, zielsicheren Gang ändert. Er läuft an einer Reihe von Zitaten vorbei, die sich mit der Globalsierung der Informationsverarbeitung beschäftigen. The long walk of global communication wurde im Rahme der Media Jam Werkschau in der Cubus Kunsthalle in Duisburg gezeigt.

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The wonder of pixel (2005)

Videoprojektion, endlos

In The wonder of pixel, der am zweiten Tag des 2005er MAEX Creative Media Jams enstandenen Installation, sprechen zwei im Wireframe-Modus gerenderte und damit fast abstrakte Personen miteinander. In diesem endlosen und sich in der Abfolge von Äußerungen nie wiederholenden Zwiegespräch geht es auf den ersten Blick um die technische Enwticklung und Bedeutung des Pixels für die grafische Bildverarbeitung; erst beim Verfolgen des Gesprächs wird dem Zuschauer klar, dass dieses Thema für die beiden “Pixelwesen” von grundlegender, ja existenzieller Bedeutung ist, denn sie bestehen ja aus Pixeln. The wonder of pixel wurde im Rahme der Media Jam Werkschau in der Cubus Kunsthalle in Duisburg gezeigt.

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(Danke für einige der Fotos an Jan Oppermann, Sabrina Bungert und Marcel Sünkeler.)