Follow-up: KFN vs. USK

comic_violence.jpgIch hatte schon mal drüber geblogged, und nun gibt es eine neue Runde im verbalen Boxkampf zwischen der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen: Erika Berthold und Eggert Holling fassen in einem Artikel in der Telepolis ihre Sicht der Auseinandersetzung zusammen. Unter anderem schreiben sie zum Vorwurf des KFN, die USK würde zu “lasch” einstufen, dass das “zentrale Argument für die Vorliebe der KFN-Mitarbeiter zu höheren Alterseinstufungen lautet: Aufgrund der Interaktivität, also der aktiven Rolle des Spielenden seien beim Konsum gewalthaltiger Spiele nachhaltigere Folgen zu erwarten als beim Konsum vergleichbarer Filme. [...] Die Prämisse ist wissenschaftlich fragwürdig.” Dabei führen sie auch die Studie des Hans-Bredow-Instituts an, die einen Mangel an “praxiswirksamen Forschungsergebnissen” aufzeigt.

Besonders interessant scheint mir in dem Artikel der detailierte Vergleich der beiden Einstufungsmethoden. Während bei der USK  ein Spiel anscheinend in einem Mehrpersonengespräch unter Leitung eines Gutachtergremium-internen “Expertens” für das jeweilige Spieleingestuft wird, ist beim KFN nur jeweils ein Guatchter alleine federführend – die anderen am Einstufungsprozess Beteiligten (hauptamtlichen) Mitarbeiter des KFN nehmen nur eine “Plausibilitätsprüfung” vor.

Insgesamt finde ich den Artikel spannend, da er – besonders in Anbetracht der doch sehr “blutig” geführten Auseinandersetzung- wieder relativ ausgewogen ist, aber die Autoren es sich nicht nehmen lassen, ihre Position zu verteidigen.

Links:
Artikel “Killerspiele in der Diskussion” (Telepolis, 13.8.2007)

USK

KFN

Studie des Hans-Bredow-Institutes (PDF, 177 Seiten)

PS Foto von emsef

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