Archive for June, 2007

“Gestalt und Kunst” – In memoriam Rudolf Arnheim

Saturday, June 23rd, 2007

arnheim.jpgIch weiß, dass ich ein paar Tage zwei Wochen zu spät bin, aber trotzdem: Am 9. Juni starb im Alter von 102 (!) Jahren Rudolf Arnheim, Gestaltpsychologe, Schüler von Wertheimer, Köhler und Lewin (wow! Das muss ja was hängen bleiben…) und Begründer einer gestaltpsychologisch orientierten Kunstpsychologie und -pädagogik. Der Professor, der u.a. in Harvard und an der University of Michigan in Ann Arbor unterrichtet hatte, setzte vor allen Dingen mit seinem Buch Art and Visual Perception von 1954 ein Zeichen, indem er eine allgemeine Ästhetik auf Grundlage der Wahrnehmungstheorie der Gestalttheorie postulierte, und damit Empirie und Ästhetik unter einen Hut brachte: “Mir ging es also darum, dass alles Denken von den Sinneserfahrungen abhängt. Das Seelische ist meinem Verständnis nach, was wir durch die Sinne erfahren. Denn wenn ein Mensch oder ein Tier oder auch eine Pflanze keine Sinneseindrücke hat, dann ist sie ja tot, dann kann sie ja nicht leben. Denn es gibt keinen anderen Hintergrund, als was wir durch die Sinne von der Natur empfangen.” (Ich habe das Zitat hier geliehen).

Nach ihm ist übrigens schon zu Lebzeiten der Rudolf Arnheim Award for Outstanding Achievement in Psychology and the Arts der American Psychological Association benannt worden.

Links:

Wikipedia Artikel zu Rudolf Arnheim

Nachruf im Heise Newsticker

Nachruf im Deutschlandfunk

Rudolf Arnheim Forum

Award Seite der APA

Lost in Space…

Tuesday, June 19th, 2007

frank_lehar_gregor_schneider.JPG… und zwar diesmal im RL-Space, also im wirklichen Raum, waren wir bei Gregor Schneiders Installation “Weisse Folter” im K21 in Düsseldorf. Schneider zeigt hier eine Abfolge aus begehbaren Räumen, die ins Untergeschoss des Düsseldorfer Museums eingebaut sind, und in ihrer Gestaltung an Gefängniszellen und -korridore erinnern. Aus dem Begleittext zur Ausstellung: “Mit der Konstruktion von Räumen, die existentielle Erfahrungen des Einzelnen und gesellschaftliche Mechanismen der Kontrolle und Gewalt in Erinnerung rufen, setzt sich die Befragung des Alltäglichen und des Unheimlichen durch den Künstler fort.”

Und “unheimlich” kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Die Installation ist alleine von ihrer Größe mehr als sehenswert, und die Räume sind zum Teil wirklich gespenstisch, zumal der Besucher nie wirklich weiß wo es lang geht und sich seinen Weg suchen muss. Die Tatsache, dass man die Installation nur alleine betreten darf (Familien sind da eine Ausnahme) und dann 5 Minuten niemand anderes hereingelassen wird, macht es nicht weniger eindrücklich – es hat mich so ein wenig an I am legend oder 28 days later erinnert :) . Und am Ende kommt man … nein, das verrate ich nicht.

Boooom! Oder: Böse Medienscherze #1

Monday, June 18th, 2007

boom.jpgLaut Heise Newsticker schaffte es am gestrigen Sonntag die Medienkunstgruppe Ztohoven einen Kameraserver des tschechischen staatlichen Senders CT2 zu hacken, und die Animation einer Atombombenexplosion im Riesengebirge ins Frühstücksfernsehen zu schummeln. Der tiefere Sinn bleibt mir verborgen, den Spass an der Realisation und an den großen Augen der Zuschauer kann ich wohl nachvollziehen :) .

Link:

Artikel “Atombombenexplosion im tschechischen Frühstücksfernsehen” im Heise Newsticker vom 18.6.2007

Pac Man, nicht mehr ganz so charming … ;)

Friday, June 15th, 2007

pacman_adv_1.jpglegentilgarcon’s Arbeit aus dem Jahr 2004 gibt dem kleinen Pac Man ein, nun ja: nicht mehr ganz so putziges Gesicht … :) “Keine Angst, der beißt nicht, der will nur spielen!”

Link:

Website (Pacman unter “works”)

(THX boingboing)

“Der gute alte Headshot” – Telepolis zum Thema Computerspiele und Wissenschaft

Thursday, June 14th, 2007

25486_1.jpgErika Berthold und Eggert Holling sind Gutachter bei der USK, der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle, und in dieser Funktion erleben Sie in letzter Zeit häufig, wie Ihnen der Wind kräftig ins Gesicht bläst, seit vor mehr als einem Jahr Christian Pfeiffer die “Ergebnisse” einer Studie seines Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen präsentierte (ich habe hier schon ab und zu darüber geschrieben). Pfeiffers Mitarbeiter untersuchen in dieser Studie den Zusammenhang zwischen Schulleistungen und Medienkonsum, und die Interpretation der Ergebnisse durch ihren Chef Pfeiffer selber findet sich immer wieder in den Medien und in Äußerungen politisch Verantwortlicher. Beiträge anderer zu diesem Thema tauchen so gut wie nicht auf – die Ausnahme ist vielleicht noch der notorische Neurologe Spitzer. Berthold und Holling vermissen in ihrem Artikel für die Telepolis aber eben genau die Studien, die sich fundiert und bereits seit Jahren mit Wirkungszusammenhängen von Computerspielen auseinander setzen. Sie konstatieren, dass die “Debatte in der Öffentlichkeit nur selten das Stammtischniveau verlässt”, und nehmen dies zum Anlass, den Stand der Dinge zu beschreiben, und auf Aspekte in der Diskussion hinzuweisen, die sie vermissen.

Bei dem Telepolis-Beitrag handelt es sich um einen der sehr seltenen weil sehr ausgewogenen Artikel, der zudem auch noch fair mit den Mitarbeitern des KFN umgeht. Lesenswert.

Link:

Artikel “Killerspielealarm in Deutschland” in der Telepolis

PS: Bild aus der Telepolis

Auf Safari …

Tuesday, June 12th, 2007

safari.jpg… fehlt mir die Headlines, und ich kann leider keine Beiträge schreiben, weil sich Apple Computers Browser, den es jetzt auch für Windows gibt, bei Textfeldeingaben in WordPress immer aufhängt. Schade – <patchwaitmode = on>.

UPDATE (24.6.07): Mit Safari 3.0.2 gehts jetzt viel besser… :)

Web 2.0 – kein Hype dank der Global Player?

Monday, June 11th, 2007

home_title_d5.jpgJoi Ito, Web-Pionier der allerersten Stunde (hier ein Foto eines der ersten kommerziellen POP in Japan – in seiner Toilette!), Web 2.0-Visionär und -unternehmer (u.a. SixApart Japan, Technorati), berichtet in einem seiner Blog-Einträge von seiner Teilnahme an der All Things Digital Konferenz (der Konferenz auf der unlängst auch Steve Jobs und Bill Gates aufeinander getroffen sind zusammen geplauscht haben…). Joi schreibt dabei, er habe zwar auf der O’Reilly Web 2.0 Expo, also der Veranstaltung, auf der der Begriff “Web 2.0″ für das, was vorher “Social Software” hieß, geprägt wurde, noch so ein Gefühl von Hype oder wie er sagt “Bubble” gehabt. Auf der All Things Digital aber habe er die CEOs der ganzen Global Players in der Medienbranche von ihrem “neuen” Engagement in dieser “neuen” Form der medienvermittelten, user-zentrierten Kommunikation habe schwärmen gesehen. Joi nennt da namentlich CBS, Time und Viacom, und merkt dann an, dass die 580 Millionen US$. die News Corp. für MySpace gezahlt hat, im Vergleich zum Googl-YouTube-Deal doch fast ein Schnäppchen waren… Und da wäre ihm ihm klar geworden, dass das Phänomen, dessen Hype wir seid 2 Jahre erleben, doch vielleicht nachhaltiger ist als das, was 2001 an den Börsen geplatzt ist.

Joi hat schon immer ein gutes Gefühl gehabt für das, was so im Net abgeht … mal sehen, ob er sich hier mal nicht irrt. Ich sehen immer noch kein großes (und kleines) Geld in YouTube, Flickr und der Blogosphere, wäre aber froh, wenn ich mich irre, und Joi recht behält :) .

Link:

Jois Blogeintrag “Media Companies driving web 2.0 boom?”

Konferenz “D – All things digital” vom Wall Street Journal

Low-tech DIY Medienkritik

Sunday, June 10th, 2007

abstractor.jpgEinfach, einfach gut, und irgendwie auch sehr kritisch :) .

Link:

Abstractor