Archive for April, 2007

Na wenigstens Skepsis…

Friday, April 27th, 2007

splatter.jpgAm gestrigen Tag nahm sich der Unterausschuss Neue Medien mal Zeit für “Killerspiele”, und ließ sich von “Experten” aufklären. Dabei waren der Kriminologe aus dem Norden (wie immer :/) sowie Vertreter der FSK, der BPJM, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle sowie des Zentrums für Medien und Kommunikation der Universität Leipzig.

Zur besseren Orientierung gab es einen Satz von 11 Leitfragen, angefangen bei der Frage nach dem Handlungsbedarf bis hin zur Auffroderung, mal eine Definition von “Killerspielen” beizubringen. Am Ende waren sich wohl laut Heise Newsticker alle politischen Akteure einig: Bezüglich der vermuteten “Spätfolgen” muss man höchst skeptisch sein, und es bestehe keine Notwendigkeit, Killerspiele noch mehr zu verbieten – vielmehr sei die Medienkompetenz in allen Alters- und Bevölkerungsschichten zu erhöhen.

Links:
Artikel im Heise Newsticker (mit hervorragender Linkliste)

Programm zur Veranstaltung auf den Seiten des DBT
Leitfragen (PDF)

Size DOES matter…

Wednesday, April 25th, 2007

size_does_matter.JPG… sometimes at least: 42 Zoll entsprechen 106 cm, und darauf verteilen sich in diesem Fall 2.073.600 Pixel. Vom Betrachter aus links ist ein 1080i-fähiger DVD-Player zu sehen, und rechts neben der WII eine 1080i-fähige Netzwerkplatte. Und man mag es kaum glauben: Alles hat sofort zusammen funktioniert. Home cinema welcome! :)

New Media Art Open Source Wiki Book (*)

Saturday, April 14th, 2007

newmediaart.gifMark Tribe, Künstler, Kurator, Hochschullehrer an der Brown University, Gründer von rhizome.org, ist auch der Autor des Buches New Media Art (zusammen mit Reena Jana). Von 0100101110101101.org bis Torolab, von Jodi bis Knowbotic Research werden dort (bislang) 35 Künstler und Projekte auf jeweils einer Print- bzw. Wikiseite mit einer Abbildung vorgestellt. Und nun haben sich die Autoren entschlossen, das Buch als Wiki im Netz kostenlos und unter einer Open Source Lizenz zur Verfügung zu stellen, und wie es in Wikis halt so ist: Prinzipiell kann jeder mitschreiben und -gestalten, korrigieren, diskutieren. Es soll eine “expandable educational resource to which artists, curators, students and others may contribute” sein, und das Buch, das aus dem Englischen u.a. ins Deutsche übersetzt wurde, ergänzen.

Ich habe New Media Art, erschienen bei Taschen im Jahr 2006, im Bücherregal stehen, und schätze es als eine aktuelle, breite Ãœbersicht über das doch diffuse Feld der “Neue-Medien-Kunst”. Es kostet nur 7 €, ist jeden Cent wert, und gewinnt durch diese Online Ressource noch. Danke! :)

Links:
New Media Art Wiki
Mark Tribes Homepage

(*) Dies ist ein neuer Rekord in der sinnvollen, von deutschen Worten nicht unnötigerweise unterbrochenen Aneinanderreihung von englischen Begriffen innerhalb einer Überschrift in diesem Blog: 7 :)

Schreibtisch-Metapher 2.0

Thursday, April 12th, 2007

logo.gifWindows, Finder, OSX und den ganzen Linux Desktops liegt eine gemeinsame Metapher zugrunde: die des Schreibtisches. Vergleicht man jedoch die Schreibtische der meisten Leute mit ihren Desktops, dann fällt auf, dass bestimmte, gerne genutzte Features des realen Schreibtisches im virtuellen fehlen – zum Beispiel die Möglichkeit, Stapel zubilden, Dokumente zu zerknüllen oder mit Eselsohren zu versehen. Anand Agarawala von der University of Toronto versucht, mit Hilfe seines Bumptops diese Funktionen zu implementieren. Icons lassen sich nun schupsen, vergößern und verkleinener, zerknüllen und knicken, in Stapeln durchsuchen, sortieren und wieder ent-sortieren. Zur Hilfe nimmt er dabei eine normalerweise für Spiele genutzte Physics-Engine.

Ich finde das ist eine interessante Erweiterung der herkömmlichen Schreibtisch-GUIs, und nutzt 3D (naja: 2,5 D müsste man wohl sagen) auf intelligente und vielleicht sogar hilfreichere Art und Weise als etwa der Vista-3D-Taskflipper :) .

Links:
Artikel im Heise Newsticker
Bumptop Homepage
Jan liebt Vista ;)

Farewell: Sol LeWitt (1928-2007)

Monday, April 9th, 2007

brushstrokes.jpgDer amerikanische Konzeptkünster Sol Lewitt legte – im Gegensatz etwas zu Lawrence Weiner – immer großen Wert auf die Realisierung seiner Kunstwerke. Dabei galt zwar “Wie das Kunstwerk asussieht, ist nicht allzu wichtig”, aber um beurteilen zu können, ob die Idee funktioniert, sei es dringend notwendig, die gedanklichen Konzepte in reale Objekte zu überführen. Wenn Qualität und Werkidee überprüft sind, ist auch das realisierte Objekt nicht mehr wichtig. Aus diesem Gründen werden viele LeWitts Wandzeichnungen nach detailierten Anweisungen des Künstlers direkt auf Galerie- oder Museumswände aufgetragen, und nach der Ausstellung einfach wieder übermalt. Sol LeWitt war offenbar extrem medienscheu; es existieren kaum Fotos und Interviews mit dem Künstler. Er verstarb gestern – seine Konzepte jedoch werden bleiben, denn sie sind weder mit Messer noch mit Planierraupe zu tilgen.

Wie ich finde, ist das nach dem Tod von Nam June Paik im letzten Jahr ein weiterer großer Verlust für (zumindest meine) Kunstwelt – beide waren auf ihren Gebieten Meister, deren Werke einfach auch Spass machen.

Links:
Artikel auf SPON
wikipedia.de über LeWitt
wikipedia.de über Nam June Paik
wikipedia.org über LeWitt

Aequilibrium …

Tuesday, April 3rd, 2007

fish.jpg… ist laut Wikipedia der durch das Zusammenwirken zweier oder mehrerer Kräfte, die sich aufheben, bedingte Zustand der Ruhe. Außerdem ist das der Titel einer interaktiven Installation im Fischmarkt von Venedig, realisiert von Margherita Urbani und Marco Zamarato. Blaue Punkte, die die Anmutungsqualität von Fischen haben, werden auf den Boden projiziert, und reagieren zunächst verängstigt auf den Besucher. Sie können dann aber durchaus ganz zutraulich werden – wenn der Besucher sich ruhig verhält.

Realisiert wurde das Projekt mit Processing, einer am MIT speziell für Medienkunstprojekte konzipierten, auf Java aufbauenden Programmiersprache (Ich habe schon vor einiger Zeit mal im Mediartexkursions-Blog darauf hingewiesen). Mich interessiert an dieser Installation besonders die Realisierung des Besuchertrackings – ich habe mich an einem solchen Tracking auch mal für eine Installation im Rahmen eines Media Art Jams versucht. Das Projekt damals hat sich dann aber in eine andere Richtung entwickelt :) .

Links:
We make money not art-Blog
Processing

Schach dem Killerspieleverbot

Sunday, April 1st, 2007

blut.gifDie Piratenpartei, eine lockere Versammlung von Geeks, Datenschützern, Opensourcevertretern und anderen Verdächtigen ;) , hat in Berlin als Reaktion auf ein geplantes “Killerspieleverbot” ein mit viel Theaterblut inszeniertes Lebendschach aufgeführt. Beigemischt war dem Theaterblut übrigens auch Kakao – um die Gesetzesvorlage durch selbigen ziehen zu können. Ich finde es eine lustige Aktion – aber wird es die richtigen Personen auch erreichen? Ich glaube, dafür hätte das Gemetzel schon am vorgestrigen Tag (als im Bundesrat so unwichtige Sachen wie die Heraufsetzung des Rentenalters beschlossen wurden) direkt vor dem Reichstag passieren sollen …

Links:
Artikel in SPON
Website der Piratenpartei

PS Leider schaffen es die Piraten nicht, ihre Pressemitteilungen auf der eigenen Website richtig zu verlinken … Medienkompetenz? ;)

1. April

Sunday, April 1st, 2007

applehead.jpgKaum lugt der erste April neckisch mit Sonne im Gemüt durch die Wolken, da lässt sich auch die Telepolis zu einem Scherzchen erweichen: “Die Frucht vom Baume der Erkenntnis – Apple-User sind überdurchschnittlich oft Anhänger der Intelligent-Design-Schöpfungslehre”. Hehe, das finde ich gut – mal sehen wieviel Spass die Vertreter unsere “Hach-ich-bin-so-kreativ”-Fraktion verstehen. Mit “Design” können die es ja sowie so gut, angeblich. :)

Link:
Link auf Telepolis (Bitte Datum beachten)