Archive for March, 2007

Recht auf Schund

Thursday, March 29th, 2007

schundbaer.jpgNa, endlich sagt es mal einer: Wir haben Recht auf Schund. In Büchern. In Tageszeitungen. Im Fernsehen – natürlich. Und selbstverständlich auch als Computerspiel. Danke, Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates. Diese Institution hat sich auch für eine öffentliche Förderung von Computerspielen ausgesprochen – um die Qualität zu verbessern. Zimmermann sagt weiter, man dürfe “nicht auf der einen Seite bejammern, was da so Schreckliches mit der Jugend passiere, und gleichzeitig sagen, für das, wofür Ihr Euch interessiert, haben wir kein Geld mehr”. Wie wahr.

Links:
Artikel im Heise Newsticker
Deutscher Kulturrat
Pressemitteilung des DKR

We are geek

Monday, March 26th, 2007

wow_1980_1200.jpg“Geek [giːk] bezeichnet ein umgangssprachlich englisches Wort für Streber, Stubenhocker. Das englische Wort „geek“ leitet sich von dem angelsächsischen Wort „Geck“ ab und bezeichnete im frühen Mittelalter Menschen, die auf den Jahrmärkten lebendigen Tieren den Kopf abbissen. „Geek“ stand in diesem Zusammenhang für eine durch absonderliche Taten auffällige Person (vgl. Freak). Seit den 1990er Jahren hat sich das allgemeine Verständnis für den Gebrauch des Wortes Geek gewandelt. Man verbindet heute unter der Bezeichnung einen vielschichtigen Zusammenhang zum Streber im indirekten Sinn als Mensch, der sich sehr intensiv mit einem Thema, besonders einem der Informatik, beschäftigt oder einen – unter Umständen – extrovertierten Drang zur Anerkennung einer eigenen Lebensart besitzt.”

Danke, wikipedia, danke :) . Und was braucht der Geek? 101 Shareware und Freeware Tools! Vom naheliegenden Firefox bis zum geheimen Jap, alles (naja:vieles) dabei. :)

Link:
Liste der Top 101 Share- und Freewareprogramme für Geeks auf TheFreeGeek

PS: Ach so, ja: Auf dem Foto sieht man meinen Dell 24Zoll Monitor, auf dem in 1920 x 1200 Pixel WOW läuft … wenn das mal nicht geek ist…

“There are no visual media”

Friday, March 23rd, 2007

mediaarthistories.jpgWJT Mitchell, Professor für Anglistik und Kunstgeschichte an der Universität Chicago, stellt diese zunächst kühn anmutende Behauptung in seinem gleichnamigen Beitrag zu Oliver Graus neu erschienenem Buch MediaArtHistories auf. “All media are, from the standpoint of sensory modality, mixed media”, und darüber, so Mitchell, gäbe es wohl Konsens. Selbst bei Gemälden, der vermeintlich “reinsten” visuellen Kunstform, ist doch Sprache (im Sinne von Gedächtnisinhalten?) oder aber auch die Oberflächenstruktur des Gemäldes enthalten. Mitchell, ganz plakativ: Was ist ein Gemälde von Jason Jackson Pollock, wenn man nicht weiß, dass es ein Gemälde von Jason Jackson Pollock ist? “Nothing but wallpaper.”

Warum aber wird dem Visuellen so viel Aufmerksamkeit gewitmet? Mitchell sieht dafür kaum Rechtfertigung; er warnt gar vor einer Fokussierung auf das, was zu sehen ist. Mit Beispielen illustriert, zweifelt er die Ãœberlegenheit des visuellen Sinneskanals über die anderen Modalitäten an, und ruft dazu auf, vom visuellen Sinn aus eine multimodalere Sicht auf die Dinge, besonders auf Medien und Kunst einzunehmen. Die Beschäftigung mit den Unzulänglichkeiten des Begriffes “visual media” werde helfen, einen umfassenderen, kritischeren Diskurs anzuregen – “because there is no visual media that we need a concept of visual culture”.

Ich kann den Aussagen von Mitchell nur zustimmen; auch in Arbeiten an denen ich beteiligt bin zeigt sich, dass der visuelle Sinneskanal zwar immens wichtig aber vermutlich nicht so entscheidend ist, wie vielfach angenommen. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die Gelegenheiten, in denen es zu “Störungen” in der Zusammenarbeit der verschiedenen Sinne kommt – wie etwa bei Täuschungsphänomenen.

Mixed media könnte man übrigens meiner Meinung nach auch hybrid media nennen, deren wahrgenommene Inhalte dann Artefakte in hybriden Realitäten sind … (Heineken & Schulte, 2007 :) ).

Link:
Oliver Graus Buch MediaArtHistories

PS: Diese Erkenntnisse wird übrigens den Alleinherrschaftsvertretern des (bewegten) Bildes sehr weh tun, verstehstverstehst? ;)

LEDs …

Wednesday, March 21st, 2007

campbell.jpg… wie sie mir am liebsten sind, sind in den Kunstwerken des Amerikaners Jim Campbell zu finden. Campbell, von Hause aus Elektrotechniker mit einem Abschluss vom MIT, verbaut diese schicken kleinen lichtspendenden Dioden in seinen Ambigous Icons, in Panelen, auf denen sie wie Pixel angesteuert werden können. Diese Panele sind manchmal so klein wie ein Bilderrahmen, und manchmal so groß wie eine Anzeigetafel. Wenn er Videoschleifen darauf abspielt – häufig von sich bewegenden Menschen – ist das entstehende Bild trotz oder gar wegen der “geringen” Auflösung von häufig vielleicht 20 mal 30 Dioden sehr eindrücklich. Campbell führt dem Betrachter damit schön vor Augen, zu welchen Leistungen unser Wahrnehmungssystem zusammen mit unserem Gedächtnis fähig ist. David Bonetti vom San Francisco Chronicle hat dazu geschreiben, Campbell finde “Poesie in der Bewegung”. Dem kann ich mich nur anschließen.

Mit dem Wahrnehmungssystem beschäftigt sich Campbell übrigens auch von Berufes wegen: Er entwickelt Fernsehtechnik, besonders für den HDTV-Bereich. So finden sich Arbeiten von ihm in fast allen aktuellen Flatscreens; seine Kunstwerke sind dafür in einer ganzen Reihe von renommierten Museen zu finden – vom MOMA bis zum ZKM (wo ich zum ersten Mal auf sie getroffen bin).

Links:
Campbells Homepage (sehr empfehlenswert, mit vielen Videos und Artikeln)
Campbells aktuelle Ausstellung im Museum of Glass

Mein Maserati fährt 210…

Tuesday, March 20th, 2007

maserati.jpg… schwuups, die Netzpolizei hats nicht gesehen, ich will virtuellen Spass, ich geb Gas, ich geb Gas… ;) . Need for speed vs. meine täglichen 80 Kilometer auf der Autobahn – wie wirkt sich das wohl aus? Nachzulesen in einem Artikel im Heise Newsticker und im Journal of Experimental Psychology…

Links:
Artikel im Heise News Ticker

Überwachung überwacht

Monday, March 19th, 2007

bpjm.gif“Kinder, Pornos, Killerspiele”, so lautet die provokante aber passende Ãœberschrift des seit heute auf Telepolis zu lesenden, zweite Teil einer Reihe zum Thema Ãœberwachung. Im Fokus des Artikels steht das deutsche Jugendschutzrecht, die mit seiner Durchsetzung betrauten Institutionen, und die problematische Anwendung auf “gewalthaltigen Computerspiele”. Wie von der – und das schreibe ich mit dem Respekt eines langjährigen Leser – doch eher linksliberalen-libertären Telepolis zu erwarten war, ist es eine äußerst kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Sie führt auch noch einmal die Entwicklung des Medienjugendschutzes in Deutschland in den letzten Jahren vor Augen und zeigt, welche bürgerlichen Freiheiten den Verbots-Schnellschüssen diverses Populisten entgegenstehen. Eine willkommene Ergänzung zum mediendiaktischen Dauerthema Computerspiele.

Links:
Artikel “Kinder, Pornos, Killerspiele”
Telepolis

Vom Ende der Ente

Saturday, March 17th, 2007

zefrankshow.gifOkok, das ist eine komische Headline, und schuld ist vielleicht noch die Seuche, die uns die letzte Woche heimgesucht hat… Und auf Grunde derer ich weder geblogged, noch meinen Geburtstag gefeiert habe… Egal. Vorbei. Gott sei dank. :) . Ente gut, alles … oops, schon wieder die Ente…

Also, es geht um das Ende meines Lieblings-Video-Blogs, der ZeFrankShow am morgigen Sonntag, den 17. März. Seit einem Jahr video-bloged der in den USA lebende, deutschstämmige Online Performance Künstler Ze Frank nun schon wochentäglich über seine persönliche Sicht auf Politik, Medien, seine Lieblingstiere – die “Duckies”, die Einträge im Forum seines Blogs und die Einsendungen seiner Zuschauer. Und zwar nicht so bierernst wie es viele Blogger tun, sondern mit viiiiiel dunklem, intelligentem und zum Teil auch sehr beißendem Humor – jede Folge in diesem Jahr ist sehenswert. Angesetzt war dieses Projekt schon von Anfang an auf ein Jahr Laufzeit, und die ist eben morgen vorbei: Duckies – ich werde Euch vermissen!

Aber Ersatz ist schon in Sicht: Ze Franks Folgeprojekt – zefrank.org. Eine Kollaborationsplattform mit viel Web 2.0 Zeugs drin, und auch viel von ZeFranks Design und Kollaborationsideen. Ich habe mich schon angemeldet (und bin auf absehbare Distanz laut Google Maps der einzige), und werde es mir auf jeden Fall mal näher anschauen – vielleicht sehen wir uns dort?

Links:
The Show with Ze Frank
ZeFrank Dot Org
ZeFrank auf der TED Show 2004
Mehr über Zefrank auf der wikipedia.org

Wii me!

Friday, March 9th, 2007

ho1012wii.JPGJa, heute ist mein Geburtstag, und Nein, ich konnte nicht wiederstehen. So schön weiss. Und so witzig. Ich bin gespannt, wie Luzi auf unsere neue Wii reagiert… :) Danke noch mal an das ganz Team an der Uni, die mich mit dadurch, dass sie mir schon mal vorweg eine zusätzliche Fernbedienung zur Wii geschenkt haben, zum Kauf verdammt haben ;) .

Feel the flow…

Thursday, March 8th, 2007

flow.jpg… mit dem Onlinespiel Flow: “The game features an abstract aquatic world inviting player to dive in, to learn, to explore, to survive…”. Mihaly Csikszentmihalyi wäre bestimmt stolz auf die Macher, denn das Spiel läd geradezu dazu ein, eben diesen Status des Flow, des zufriedenen-in-etwas-aufgehen, zu erleben. Und das alles ohne viele Regeln, ohne Schwert und Kanone, ohne PS3 und x1950,… Enjoy.

Link:
Flow

2nd 2nd life ist “emergent entertainment”

Wednesday, March 7th, 2007

sony_2ndlifeclone.jpgKaum eine Tagung zum Thema Medien, Netz, eLearning, Medienpsychologie, die keinen Beitrag zu Second Life hat; kaum eine Zeitung, die nicht mit mehr oder weniger Kompetenz drüber berichtet hat, kurz gesagt: ein Hype. Als World of Warcraft-Spieler, das laut Blizzard, dem Betreiber von WOW, 7 Millionen zahlende Kunden hat, beeindrucken mich ein paar Hundertausend Secondlifer nicht wirklich, zumal die meisten von ihnen wahrscheinlich sowieso nur den kostenlosen Probeaccount nutzen. (So wie ich vor 3 Jahren in der Secondlife Beta…). Naja, egal: Hype ist hype.

Und heute ist Global Player (haha, Wortspiel) Sony mit auf den Zug gesprungen – sie haben einen Second Life Clone namens PlayStation Home mit dem passenden Editor LittleBigPlanet für die PS3 vorgestellt. Na, da bin ich mal sehr gespannt, denn ich glaube, das könnte wirklich funktionieren: Die Spieler sind eh online, sie müssen wahrscheinlich sowieso für die Connectivity bezahlen, und ein Shop-System für Anbieter von Content ist auch schon drin – für den “normalen” 2D Content zur PS3. Laut dem Sony-Chef-Spieleentwickler Phil Harrison ist das “emergent entertainment, where we don’t define the rules as game designers. We’re putting the power back into the hands of the users.” Soso :P .

Link:
Bericht auf Wired
Second Life Columne auf SPON
Mein alter ego in WOW