Archive for the ‘Medienkompetenz’ Category

Nur kurz: 5 Viralmythen (sprich: Irrtümer) zu Computerspielen

Wednesday, October 1st, 2008

Benedikt Köhler vom Viralmythen-Blog hat sich die Mühe gemacht, und die letzte Studie des renomierten PEW-Institutes mal gelesen und zusammengefasst. Er kommt auf 5 Irrtümer über Computerspiele:

1. Computerspielen ist nur eine Nischenbeschäftigung? Falsch.
2. Computerspielen tun nur die Jungs, während die Mädchen lieber miteinander reden? Falsch.
3. Computerspiel = Ballerspiel? Falsch.
4. Computerspiele machen einsam? Meistens falsch.
5. Computerspiele fördern asoziales Verhalten? Falsch.

Mir fehlt dabei der Hinweis, dass wenn es tatsächlich stimmt, dass 97% der Kinder und Jugendlichen Computerspiele spielen (Zitat “Game playing is universal, with almost all teens playing games”), wir es immerhin mit 3% der jungen Bevölkerung zu tun haben, die sich “auffällig” verhält. Wie lange wird es dann wohl duaern, bis ich in meinen Veranstaltungen mit der Frage konfrontiert werden: “Muss ich mir Sorgen machen, wenn meine Tochter so gar nicht zocken möchte?”

Links:
5 Irrtümer über Computerspiele

Teens, Video Games and Civics: Teens’ gaming experiences are diverse and include significant social interaction and civic engagement (Studie des PEW, PDF)

Nur kurz: Happy Birthday. Was wäre die Welt ohne Google?

Wednesday, September 3rd, 2008

birthday_cake.jpgNaja, wohl die Welt. Aber trotzdem: 10 Jahre alt heute, und MANN! Was für einen Unterschied haben die Jungs gemacht. Vom einfachen Design ihres Flagschiffes (ohne Werbung auf der populärsten Startseite der Welt!) über eine coole Anwendung nach der nächsten (Earth, Docs, Analytics, Scholar, Chrome!) bis hin zum sprichwörtlichen “Information at your fingertips!”. Obgleich dieser Spruch beim großen Konkurrenten geborgt ist, gilt er doch für DIE Info- und Onlinewerbebroker der Netz-Welt am allerbesten. Und auch wenn dem ehemaligen Anglisten in mir sich dabei die Harre aufstellen: Wer es schafft, mit seiner Marke innerhalb von nur einem Jahrzehnt souverän im deutschen Sprachgebrauch zu landen, der muss nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben.

Am I feeling lucky today? Yes, I am. Congratulations, Google.

PS: Foto von dee m

Nur kurz: Computerspiele machen schlau und fett.

Thursday, August 28th, 2008

Na, so in einem Satz formuliert ist das ja mal was Plakatives Neues. Dietrich Dörner, emeritierter Psychologieprofessor aus Bamberg und dem geneigten Leser durch seine Psis bekannt, hat sich in der Welt zum leidigen Thema Games und Aggression gemeldet. Und er vertritt dort eine recht reflektierte und – mann lesen uns staune – durch eigene Spielpraxis  fundierte Meinung :”Ich spiele gern Medieval 2 Total War, wo es um Schlachten des Mittelalters geht. Das mag ich, obwohl es moralisch höchst bedenklich ist.” Auf die Frage, ob seine Wissenschaft denn Negatives über Computerspiele herausgefunden habe, antwortet er, dass im Moment eher viel Positives herausfände. Zu Herrn P. aus N. sagt er dann auch “Das ist nicht der Wissenschaft, sondern dem politischen Bereich zuzurechnen.”

Link: Artikel in WeltOnline

PS Ich geh mich jetzt mal wiegen … soll ich danach noch einen HAWIE-R machen?

Nur kurz: Und warum bloggst Du (nicht)?

Saturday, August 2nd, 2008

Pascal, einer unserer Komedia-Studierenden, ist auf der Suche nach den Motiven von Bloggern (und Nicht-Bloggern): “Was ist Dein Motiv, Dein Grund? Was unterscheidet Dich von den ganzen Leuten die sicher auch was zu sagen hätten, aber trotzdem keinen Blog führen? Warum hast Du mit dem Bloggen begonnen? Ich würde mich hier über ein paar Zeilen freuen. Wenn Du auch noch Alter und Geschlecht angibst, wäre ich überglücklich!”

Also, macht mit und unterstützt Pascal auf seinem Quest :) : Hier geht’s zur Umfrage.

Die Bits und Bytes mit der Muttermilch aufgesogen? Rolf Schulmeister über die Net-Generation

Monday, July 28th, 2008

digital_natives.jpgRolf Schulmeister vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung der Universität Hamburg beschäftigt sich in einem Ãœberblicksartikelbuch mit der Frage, ob und wie die Digital Natives- also die Jahrgänge, die mit den digitalen Medien und dem Internet aufgewachsen sind – einen Unterschied für die Bildungsarbeit machen. Nach einem Ãœberblick über die schon publizierten Arbeiten zu diesem Thema (u.a. von Claudia de Witt, bei der ich auch studiert habe), sieht er sich die Datenbasis an, und kommt schlussendlich zu 9 Thesen. Schulmeister stellt u.a. fest, dass die Beschäftigung der Generation @ mit Medien ist nur ein “integrierter Teil ihrer gesamten Freizeitaktivitäten [ist], deren primäres Ziel das Gewinnen von
Freundschaften und das Zusammensein mit Freunden ist.”, und dass „The Internet just is“. Schulmeister: “Fasst man Freizeitziele, Ziele des Mediengebrauchs und Intentionen der Computernutzung usammen, so zeichnet dieses Ensemble sozialer Aktivitäten ein durchaus traditionelles Bild vom Prozess des Erwachsenwerdens. Freundschaften
pflegen und mit Peers kommunizieren sind seit jeher die wichtigsten Sozialisationsziele gewesen.”

Schulmeister arbeitet das Feld in seinem Buch sehr gut und übersichtlich auf. Seine Thesen sind stimmig, sein Blick auf die Daten kritisch. Und die Phänomene bestätigen seine Thesen: Web 2.0, anyone?

Link:

Buch “Gibt es eine Net Generation? Work in progress” (PDF, via mekonet)

PS: Foto von oso

Nur kurz: GUI-Hell, oder: Viel Spass, Apple.

Sunday, July 13th, 2008

Jan von The Hot Strudel verweist (vermutlich) mit Tränen in den Augen auf dieses FlickR-Bild einer App für das iPhone. Hehe, viel Spass, Apple – da habt ihr Euch Jahre (erfolgreich) so viel Mühe um Eure GUIs gemacht, und nun kommen (wir) Hobby-Entwickler mit (unseren) Apps und die Graphical User Interface Hölle bricht aus.

PS Hier steht aber auch, warum der Screenshot so aussieht wie er aussieht, und wie und was wir daraus lernen können (auch via The Hot Strudel).

Nur kurz: Neue Zeiten im Office… bald.

Tuesday, June 17th, 2008

Aus dem Newsletter der Universität Duisburg-Essen: “Einstimmig verabschiedete der Senat die Berufungslisten für die Besetzung der W3-Professur für “Allgemeine Psychologie: Kognition” in der Fakultät für Ingenieurwissenschaften”. Es wird also ein spannendes nächstes halbes Jahr, mal sehen wo wird dann bald alle stehen, sitzen, und arbeiten :) .

Ach so, noch was: Mittwoch bis Freitag bin ich mal wieder bei Grimmes, da geht es um “Virtuelle Welten: Computer- und Konsolenspiele“. Und dort werde ich zusammen mit Heike und Mark mal sehen, wie das “die Anderen” aus der medienpädagogischen Praxis sehen … :) ). Ich freue mich schon!

Nur kurz: Change.

Thursday, June 5th, 2008

Wandel, neue Abenteuer, neue Herausforderungen, Neuland: Einer meiner Lieblingsdesigner und Professor am MIT Media Lab, John Maeda, wird am 12. Juni Präsident der renomierten Rhode Island School of Design. Auf den Seiten der RISD kann man ihm über den Campus folgen. Ich nehme mir hiermit vor, beim nächsten Wandel auch soviel Neugierde an den Tag zu legen. Viel Spass, Prof. Maeda!

Link:

John Maedas Tour durch RISD

Plagiat oder Zensur? Ãœber “Computerspiele(r) verstehen”

Monday, May 19th, 2008

CensorshipDie Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) musste am Wochenende vorläufig eine ihrer Publikationen aus dem Verkehr ziehen: “Computerspiele(r) verstehen”, herausgegeben von Jürgen Fritz, und mit Autoren wie Marco Fileccia (mit dem ich in der Initiative Eltern+Medien arbeite), und Winfred Kaminski, Professor an der FH Köln. Und an den Artikeln des letztgenannten Autoren liegt es auf den ersten Blick wohl auch, dass die Publikation bis auf Weiteres nicht mehr zu bekommen ist: Laut heise.de wirft Der Spiegel Prof. Kaminski im heute erschienenen Heftirgendwo hier (*) vor, Großteile seiner Artikel bei anderen Autoren im Netz kopiert zu haben. Und ein solches Plagiat kann man natürlich nicht durchgehen lassen – wenn dieser schwerwiegende und für einen Wissenschaftler professionell “tödliche” Vorwurf denn stimmt.

Denn es wohl auch die üblichen Verdächtigen kurz nach der Veröffentlichung des Buches Zeter und Mordio geschriehen, denn im Grundtenor war das Buch sehr ausgeglichen: Spiele wurden hier nicht verdammt, sondern als Teil der Kultur gesehen – mit allen Nachteilen und Gefahren, aber auch Chancen und Nutzen. Und nun kam von oben das Veto: Weisung durch die der bpb übergeordneten Stelle, das Bundesministerium des Inneren. Ein Halunke, wer böses dabei denkt: War nicht der Häuptling des KFN auch mal Innenminister in Niedersachen … ? Und ist Prof. Kaminski mit seiner Haltung, Computerspiele nicht zu verdammen sondern kreativ und konkstruktiv zu hinterfragen, nicht sozusagen der “Erzfeind” aller derer, die nach Verboten von Computerspielen und damit nach unerträglichem pädagogischen Mikromanagement bis hinein ins Kinderzimmer aller Eltern schreien? Es ist zu klären, was der Grund für den Rückzug dieses eigendlich lesenswerten Buches war: Plagiat oder Zensur.

(Ich geh jetzt mal einen Spiegel kaufen…)

Update: Eine erste Reaktion von Jürgen Fritz. Thx, Jörg.

Update 210508: Weitere Reaktionen und Infos auf heise.de. Die Titelfrage ist aber immer noch nicht beantwortet…

PS Bild von net_efekt

(*) Bezeichnenderweise in der Kategorie “Spielzeug”…

Nur kurz: Schulpsychologe vs. peer-reviewed Journal.

Friday, May 16th, 2008

games_and_gun.jpg Im Heise-Newsticker treffen heute zwei Meldungen aufeinander: “Gewalt in Videogames versus Leben: spärliche Beweise“, in dem von einem Beitrag im International Journal of Liability and Scientific Enquiry berichtet wird, der aufzeigt, dass es kaum Belege für kausale Zusammenhänge zwischen Computerspielekonsum und Gewalt bei Jugendlichen gibt.

Dem gegenüber steht der Heise-Eintrag “Schulpsychologe sieht Gewaltspiele als größten Risikofaktor für Gewaltkriminalität“: Hier wird von einer Befragung von Schülern durch einen Schulpsychologen Hopf berichtet, die dann auch als stärksten Risikofaktor für Gewaltkriminalität Computer-Gewaltspiele identifiziert. Zitat: dies hat “laut dem Magazin Geo Wissen eine bislang unveröffentlichte Untersuchung ergeben, bei der Hopf über zwei Jahre lang das Verhalten von 653 Schülern untersucht hat.” und dabei meint, kausale Wirkzusammenhänge zwischen Games und Gewalt und Games und schlechten Schulnoten gefunden zu haben.

Naja. Wie immer – das Thema polarisiert. Ich allerdings meine, auch einen Zusammenhang zwischen sozialen Sendungsbewusstsein (was für sich genommen nicht negativ ist) und “Verdammung” von Spielen identifizieren zu können – und dies hat nicht immer was mit “kritischer Medienerziehung” zu tun, sondern häufig mit “Schlaubergerei”…

Links:

Ãœbersichtsartikel auf Heise zum Thema “Gewaltspiele”

PS: Foto von imamon