Archive for the ‘Ausstellungen und Events’ Category

Ab zur documenta 12

Friday, June 29th, 2007

docum12.jpgDie nächsten zwei Tage bin ich auf der documenta - zusammen mit Ditmar und Birk, und Majo treffen wir dort auch. Das wird lustig, spannend und entspannt :) . Wenn ich dort irgendwo Zugang finde … blog ich was.

Lost in Space…

Tuesday, June 19th, 2007

frank_lehar_gregor_schneider.JPG… und zwar diesmal im RL-Space, also im wirklichen Raum, waren wir bei Gregor Schneiders Installation “Weisse Folter” im K21 in Düsseldorf. Schneider zeigt hier eine Abfolge aus begehbaren Räumen, die ins Untergeschoss des Düsseldorfer Museums eingebaut sind, und in ihrer Gestaltung an Gefängniszellen und -korridore erinnern. Aus dem Begleittext zur Ausstellung: “Mit der Konstruktion von Räumen, die existentielle Erfahrungen des Einzelnen und gesellschaftliche Mechanismen der Kontrolle und Gewalt in Erinnerung rufen, setzt sich die Befragung des Alltäglichen und des Unheimlichen durch den Künstler fort.”

Und “unheimlich” kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Die Installation ist alleine von ihrer Größe mehr als sehenswert, und die Räume sind zum Teil wirklich gespenstisch, zumal der Besucher nie wirklich weiß wo es lang geht und sich seinen Weg suchen muss. Die Tatsache, dass man die Installation nur alleine betreten darf (Familien sind da eine Ausnahme) und dann 5 Minuten niemand anderes hereingelassen wird, macht es nicht weniger eindrücklich – es hat mich so ein wenig an I am legend oder 28 days later erinnert :) . Und am Ende kommt man … nein, das verrate ich nicht.

Nachtrag #2: EMAF oder: Wie es immer langweiliger wurde …

Thursday, May 3rd, 2007

emaf01.jpgDen Tag der Arbeit haben wir dazu genutzt, um mal wieder nach Osnabrück zu fahren, um uns dort die zum EMAF (dem European Media Art Festival) gehörende Ausstellung “Final Cut” anzuschauen. Ziel dieser in der Dominikanerkirche stattfindenden Veranstaltung ist es “die Sicht auf die Beziehung zwischen Medienkunst und Kino” zu lenken, so die Website. Dabei soll sowohl die Faszination des Kinos als auch Wert, Codes und Muster von Filmen analysiert und transparent gemacht werden. Paul McCarthy und Bjørn Melhus sind nur zwei der renomierte Künstler, die an Final Cut teilnehmen und so “multi-mediale Bildwelten, die die Bildermacht der Filmunterhaltung und ihren linearen Erzählfluss aufbrechen” schaffen.

Tja, was soll ich dazu sagen? Ich fahre seit 2002 zum EMAF, in vielen Jahren davon zusammen mit Studierenden im Rahmen der von Ditmer Schädel und mir organisierten Media Art Exkursionen. Und seit 2002 habe ich jedes Jahr den Eindruck gehabt, dass vor allen Dingen die Ausstellung zum EMAF immer schlapper wurde: Zunehmend fehlte die Überraschung, die Kontroverse, der Spass und die Einsicht in Neues. Immer häufiger stellten sich Gefühle der Langeweile, des Als-Besucher-nicht-wertgeschätzt-werdens, des Da-haben-wir-mal-schnell-nen-paar-Videos-aufgebaut ein.

Und auch in diesem Jahr ist die Ausstellung keine Ausnahme, sondern bisheriger Höhepunkt (Tiefpunkt?) dieser Entwicklung: In flockigen 45 Minuten bin ich durch die Räume geschlendert, hab da und dort verweilt, durchaus auch etwa Candice Breitz “Mother” genossen, oder über McCarthys “F-Fort” geschmunzelt, aber hat mich etwas berührt, mich aufgewühlt, mich zum Lachen oder Trauern gebracht, mir in der nächsten Nacht den Schlaf geraubt? Noe. “Final Cut” ist egal, oder um mal beim Thema Kino zu bleiben: “Final Cut” ist ein langweiler C-Movie, wahrscheinlich produziert um Mittwochs abends im Privatfernsehen als “Weltpremiere” zu laufen, während in auf anderen Programmen Championsleague oder Papstwahlen gezeigt werden.

Wüßte ich es nicht besser, so würde ich aus “Final Cut” Folgendes mit nach Hause nehmen:

  • Es ist nicht möglich, Video einigermassen interessant in einer Ausstellung zu präsentieren – schon gar nicht in einer alten Kirche.
  • Noch immer sindwummernde, basslastige Random-Noise-Geräusche zwingend notwendig, um einer Videoinstallation die nötige gehaltvolle Tiefe zu geben.
  • Kino im Sinne von Media Art hat beispielsweise mit Flickr oder YouTube, oder gar Computerspielen überhaupt nichts zu tun.
  • Kino und Interaktivität haben generell nichts miteinander zu tun.
  • Für (New) Media Art gibt es kein Geld mehr.
  • Bilder, Szenen, Tonfragmente zu “remixen” und zu “recyclen” ist die aktuelleste Kulturtechnik.

Nee, nee, das wars nicht. Und da bin ich doch sehr froh, das wir nicht mit einer MAEX dahin gefahren sind, und dass Osnabrück auch ohne das EMAF einen Ausflug wert ist. Sonst hätte ich mich wirklich geärgert.

Links:
EMAF

PS: Kleine Anekdote am Rande: Ich stehe da so mit meinem Kinderwagen an der Kasse und blättere in den Katalogen, als ein Vater mit seiner ca. 14 Jahre alten Tocher zum Kassierer kommt, und sich beschweren will. Der verweist ihn an eine für die Ausstellung verantwortliche Person hinten in der Ausstellung. Kurze Zeit später kommt der Vater wieder und sagt, die verantwortliche Person habe keine Zeit gehabt, und er nun auch nicht mehr, und geht. Keine zwei Minuter später kommt die Person von hinten zur Kasse (ein mann, der nun einen Edding sucht), und der Kassierer sagt “Das war schon wieder jemand, der sich darüber beschwert hat, das keine interaktiven Installationen dabei sind.” Antwort: “Hier wird nicht kritisiert.” Noch Fragen?

Aequilibrium …

Tuesday, April 3rd, 2007

fish.jpg… ist laut Wikipedia der durch das Zusammenwirken zweier oder mehrerer Kräfte, die sich aufheben, bedingte Zustand der Ruhe. Außerdem ist das der Titel einer interaktiven Installation im Fischmarkt von Venedig, realisiert von Margherita Urbani und Marco Zamarato. Blaue Punkte, die die Anmutungsqualität von Fischen haben, werden auf den Boden projiziert, und reagieren zunächst verängstigt auf den Besucher. Sie können dann aber durchaus ganz zutraulich werden – wenn der Besucher sich ruhig verhält.

Realisiert wurde das Projekt mit Processing, einer am MIT speziell für Medienkunstprojekte konzipierten, auf Java aufbauenden Programmiersprache (Ich habe schon vor einiger Zeit mal im Mediartexkursions-Blog darauf hingewiesen). Mich interessiert an dieser Installation besonders die Realisierung des Besuchertrackings – ich habe mich an einem solchen Tracking auch mal für eine Installation im Rahmen eines Media Art Jams versucht. Das Projekt damals hat sich dann aber in eine andere Richtung entwickelt :) .

Links:
We make money not art-Blog
Processing